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Autor: Stadtführerei

„Laufende Wahrnehmung“ – Wandelnder Kongress & 2. Hessischer Gästeführertag in Frankfurt am Main

Der Verein der Frankfurter Stadt- und Gästeführer e. V. lädt am 11. November 2017 zum Kongress unter dem Motto „Laufende Wahrnehmung“ und zum 2. Hessischen Gästeführertag nach Frankfurt am Main ein.  Der Verein feierte bereits zu Jahresbeginn seine Gründung vor 30 Jahren. Der Jubiläumskongress wird sich mit den Themen Architektur- und Stadtvermittlung, barrierefreies Reisen und Touristifizierung beschäftigen. Veranstaltungsorte sind das Museum für Kochkunst und Tafelkultur (DMKT), Zeil 83 (Eingang Holzgraben 4) und der Stadtraum in Frankfurt am Main.

Unter den Kongressteilnehmern werden folgende Preise verlost:

  • Eine Wochenendübernachtung im Frankfurter Bio-Hotel Villa Orange
  • Ein Frankfurter Teepaket des Teehauses Ronnefeldt
  • Ein Frankfurter Weinpaket des Städtischen Weinguts
  • Ein Apfelweinpaket der Frankfurter Apfelweinhandlung Jens Becker

DAS PROGRAMM

ab 9.30 Uhr Registrierung
Ort: DMKT

10 Uhr Grußworte und Ehrung der Gründungsmitglieder
Isabel Bergen, Verein der Frankfurter Stadt- und Gästeführer
Jan Schneider, Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main
Christian Frick, Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e. V.
Ort: DMKT

11 Uhr Die Stadt wahrnehmen | Gästeführer als Architekturvermittler
Ein Gespräch mit dem Architekturpsychologen Prof. Dr. Riklef Rambow, Leiter des Fachgebiets Architekturkommunikation am Karlsruher Institut für Technologie, über die Rolle und die Sprache von Gästeführern bei der Vermittlung von Stadt und Architektur.
Ort: im Stadtraum wandelnd

12 Uhr Die Stadt wahrnehmen können | Stadtraum zwischen Alltagsleben und Touristifizierung
Eine wandelnde Diskussionsrunde mit Podiumsmitgliedern aus Architektur, Stadtplanung, Politik, Tourismusmarketing und Gästeführung über die Wechselwirkung von Tourismus, Stadtleben, Stadtraumnutzung und -planung.
Ort: im Stadtraum wandelnd

13 Uhr Mittagsimbiss
Ort: DMKT

14 Uhr Die Stadt wahrnehmen können | Kurzvorträge
Gisela Moser, MosGiTo: Barrierefreiheit bei Führungen
Susanne Bobfraß, Hessenagentur: Reisen für Alle
Mikael GB Horstmann, VFSG: Busparkplatzkonzept für Frankfurt am Main
Ort: DMKT

Nachmittags finden ab 15 Uhr Führungen und Seminare statt. Das detaillierte Angebot ist abhängig von der Zahl der Kongressteilnehmer. Das finale Programm wird eine Woche vor dem Kongress bekanntgegeben. Derzeit geplant sind:

Seminare

Audioguide-Training – Führen mit Personenführungsanlagen
Carmen Erwin, VFSG
Ort: im Stadtraum

Verhalten in besonderen Situationen (angefragt)
Hessische Polizei
Ort: DMKT

Die DIN-EN-Zertifizierung anpacken
Antje Kahnt, BVGD
Ort: DMKT

Konzepte für die Anschaffung von Personenführungsanlagen (angefragt)
soundsgood.rental
Ort: DMKT

Führungen

Tour d’Argent
Jens Peter Meyer, VFSG

Die Neue Altstadt in Frankfurt am Main
Christian Setzepfandt, VFSG

Das neue Historische Museum Frankfurt (angefragt)

Buchung und Preise

Die Teilnahme ist ab sofort buchbar auf Xing Events:
https://www.xing.com/events/laufende-wahrnehmung-kongress-hess-gastefuhrer-1807645

Frühbucherpreis bis zum 15. Oktober 2017: 45 Euro

Normalpreis: 55 Euro

http://kongress.frankfurter-gaestefuehrer.de

Vom Nidda-Gang

Gelegentlich bricht sie bei mir aus: die Idiosynkrasie, ausgelöst durch sozialmediales War-Alles-besser-früher-Getöse, das jeden Frankfurter Stadtteil immer mal wieder trifft, die westliche Vorstadt aber meist besonders heftig. Ich verschreibe Computer und Smartphone ein künstliches Koma und begebe mich auf den Nidda-Gang: Mit der S-Bahn nach Rödelheim und von dort zu Fuß nach Höchst mit dem Buch Schluckebier und andere Erzählungen von Georg K. Glaser im Gepäck.

Bei herrlichem Sonnenschein ist diese kleine Wanderung entlang des Maines kleiner Schwester wie ein Mini-Urlaub; vorbei an den Sossenheimer Streuobstwiesen und am Niedwald ist mein erstes Ziel das renaturierte Höchster Wehr. Wenn ich mich nach einer Weile vom Rauschen und Springen des Wassers und der Betrachtung der Reiher und anderer Vögel losreißen kann, blättere ich im „Schluckebier“.

In der Erzählung Die Nummer Eins der „Rotfabrik“ laufen sie virtuell gerade auf dem Nidda-Damm an mir vorbei. Die Protagonisten sind auf dem Weg in die Farbwerke der 30er/40er Jahre. Sie wollen in diesem „Mordor“, wo es Schutzstaffeln statt Arbeitsschutz gibt, ihre aufrührerischen Flugblätter verteilen. Mehr als eine Erzählung schaffe ich nicht. Nach der Lesepause sind die ersten Schritte wie bleiern.

Schon flotteren Schrittes überquere das Geisenbrückchen und drehe eine kleine Runde durch die Höchster Altstadtgässchen. Nach einem kurzen Blick auf Glasers Denkende Hand am Haus Bolongarostraße 161 drehe ich auf die Justinuskirche zu. Dort im Garten und im alten Stadtwehrturm hinter der Kirche hat die Stiftergemeinschaft
eine Ausstellung anrangiert, die Faksimiles von Aquarellen und Stichen von Maria Sybilla Merian mit ihren wachsenden Pendants im Justinusgarten zusammenbringt.

Nach der Betrachtung der mit Merians Pflanzen und Insekten bemalten Tassen der Höchster Porzellanmanufaktur im Antoniterturm gelüstet es mich nach einem marokkanischen Pfefferminztee um die innere wie äußere Hitze zu vertreiben.

Mikael GB Horstmann

Erschienen in der Frankfurter Sonntagszeitung am 4. Juni 2017 in der Rubrik “Mein Kulturtip”