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Frankfurt und seine Traditionen – Das 6 1/2-Jahrhundert alte Karlsamt im Frankfurter Dom

Am Sonntag, den 30.01.2021 wird im Bartholomäusdom zu Frankfurt das Karlsamt gefeiert. Diese Tradition reicht bis ins frühe 14. Jahrhundert zurück zum jährlichen Gedenken an den Gründervater Europas, den Patron der Stadt und auch des Domes, Karl den Großen, der am 28. Januar starb.

Das Hochamt, das ihm zu Ehren abgehalten wird folgt Traditionsgemäß einem Protokoll:

Eine Viertelstunde vor dem Hochamt intoniert die Karolus- oder auch Osiannaglocke die Zeremonie. Sie ist mit 4.630 Kg und fast 2 Metern Höhe die zweitgrößte Glocke des Domes, an deren Flanken zwei Reliefs zu sehen sind. Auf der einen Seite eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes und auf der anderen Kaiser Karl der Große im Ornat und mit Insignien.

Wenn die Glocke Punkt 18 Uhr verstummt, leuchten Kerzen feierlich den Würdenträgern und den Vertretern der fünf Orden (Grabes- und Malteserorden, Johanniter, Deutschordensherren, Lazarus Brüder und die Schleiertragenden Ordensfrauen) den Weg durch den Mittelgang zum Altar.

Mittelalterliche Gesänge und die Karlssequenz, die aus der Mitte des letzten Viertels des 12. Jahrhunderts stammt, sowie die Christus und Karlslaudes begleiten die „geschmackvolle Nachahmung des Altertums“, wie Goethe 1764 bemerkte.

Doch diese Tradition ist weit mehr. Nicht nur zählt sie zu einer der ältesten, sie schaut auch in die Zukunft. In jedem Jahr ist ein Gastprediger als Hauptzelebrant eingeladen. Die europäische Idee und der Zusammenhalt spielen dabei eine große Rolle. In diesem Jahr, in dem auch das Karlsamt zu Frankfurt von seiner Tradition abweichen muss, wird Dr. Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg, erwartet.

Da aus Gründen der Pandemie der Dom nicht wie gewohnt besucht werden darf, wird das Hochamt live über Youtube übertragen.

https://www.dom-frankfurt.de/aktuelles/meldungen/eine-messe-die-ihresgleichen-sucht-so-wird-das-karlsamt-corona-zeiten

Wäldchestag 2020

Dieses Jahr ist vieles #annerster als wie sonst. Einst bleibt, unser Büro ist heute (2. Juni 2020) ab 12 Uhr nicht zu erreichen: Wäldchestag!

Das Foto zeigt die übrigens die Familie unseres Kollegen Mikael GB Horstmann. Der Junge mit der Termoskanne ist seinGroßvater, der Erste in der Familie, der in Frankfurt geboren wurde. Die beiden in der Bildmitte sind die Urgroßeltern, die aus dem Fuldarer Land (er) und aus Lübeck (sie) ihren Weg nach Frankfurt gefunden haben. Das Foto wurde vermutlich bei einem Picknick im Nieder Wald in Frankfurt-Nied aufgenommen, was der nächste Wald vom Frankfurter-Gallus aus gesehen ist.

Vom Nidda-Gang

Gelegentlich bricht sie bei mir aus: die Idiosynkrasie, ausgelöst durch sozialmediales War-Alles-besser-früher-Getöse, das jeden Frankfurter Stadtteil immer mal wieder trifft, die westliche Vorstadt aber meist besonders heftig. Ich verschreibe Computer und Smartphone ein künstliches Koma und begebe mich auf den Nidda-Gang: Mit der S-Bahn nach Rödelheim und von dort zu Fuß nach Höchst mit dem Buch Schluckebier und andere Erzählungen von Georg K. Glaser im Gepäck.

Bei herrlichem Sonnenschein ist diese kleine Wanderung entlang des Maines kleiner Schwester wie ein Mini-Urlaub; vorbei an den Sossenheimer Streuobstwiesen und am Niedwald ist mein erstes Ziel das renaturierte Höchster Wehr. Wenn ich mich nach einer Weile vom Rauschen und Springen des Wassers und der Betrachtung der Reiher und anderer Vögel losreißen kann, blättere ich im „Schluckebier“.

In der Erzählung Die Nummer Eins der „Rotfabrik“ laufen sie virtuell gerade auf dem Nidda-Damm an mir vorbei. Die Protagonisten sind auf dem Weg in die Farbwerke der 30er/40er Jahre. Sie wollen in diesem „Mordor“, wo es Schutzstaffeln statt Arbeitsschutz gibt, ihre aufrührerischen Flugblätter verteilen. Mehr als eine Erzählung schaffe ich nicht. Nach der Lesepause sind die ersten Schritte wie bleiern.

Schon flotteren Schrittes überquere das Geisenbrückchen und drehe eine kleine Runde durch die Höchster Altstadtgässchen. Nach einem kurzen Blick auf Glasers Denkende Hand am Haus Bolongarostraße 161 drehe ich auf die Justinuskirche zu. Dort im Garten und im alten Stadtwehrturm hinter der Kirche hat die Stiftergemeinschaft
eine Ausstellung anrangiert, die Faksimiles von Aquarellen und Stichen von Maria Sybilla Merian mit ihren wachsenden Pendants im Justinusgarten zusammenbringt.

Nach der Betrachtung der mit Merians Pflanzen und Insekten bemalten Tassen der Höchster Porzellanmanufaktur im Antoniterturm gelüstet es mich nach einem marokkanischen Pfefferminztee um die innere wie äußere Hitze zu vertreiben.

Mikael GB Horstmann

Erschienen in der Frankfurter Sonntagszeitung am 4. Juni 2017 in der Rubrik “Mein Kulturtip”

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Öffnungszeiten: Montags bis freitags 10 bis 18.30 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr

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Öffnungszeiten: Montags bis freitags 10 bis 19 Uhr, samstags 10 bis 16 Uhr

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